Sécurité

Mit Funk fliegen: nützlich, aber nicht zum Fliegenlassen

Der Flugfunk ist ein Kommunikationswerkzeug, keine Fernsteuerung. Blick auf echte Autonomie und Sicherheitsreserven in den Bergen.

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Der Funk ist kein Lenkrad

Sie statten Ihren Gleitschirm mit einem Funkgerät aus. Das Ziel ist einfach: Kontakt halten, Wetterlage teilen und im Bedarfsfall rufen. Es ist ein hilfreiches Werkzeug. Aber es muss korrekt eingesetzt werden: Der Funk dient der Kommunikation, nicht der Steuerung. Manche Piloten glauben, sich „durchgehend vom Boden oder vom Binôme führen zu lassen“. Das ist eine Illusion, die Ihre Autonomie untergräbt. Im Paragleiten liegt die Endentscheidung immer bei Ihnen. Kein Gesprächspartner am Boden kann Ihr unmittelbares Empfinden lesen oder seine Ratschläge in Echtzeit an Mikroturbulenzen oder aufkommende Müdigkeit anpassen.

Was die Praxis bestätigt

Unsere Geländeerfahrung Rid’Air/CEM ist klar: Bleiben Sie vorsichtig, progressiv und konkret bezüglich Ihrer tatsächlichen Fähigkeiten. Prüfen Sie vor dem Start die lokale Wetterlage, den Zustand Ihres Materials, Ihr aktuelles Leistungsniveau und Ihre Müdigkeit. Ein Funkgerät gleicht keine fehlerhafte Thermik-Lesung oder ein nachlassendes Urteilsvermögen aus. Sie müssen Ihre Sicherheitsreserven selbst managen, besonders im Soloflug oder in einer unstrukturierten Gruppe. Fliegen erfordert geistige Präsenz, die das Funkkabel nicht ersetzt.

Austauschen, ohne sich kontrollieren zu lassen

Der optimale Funkgebrauch basiert auf sachlichen Austauschen. Position, Frontentwicklung, Start- oder Landeanweisungen. Das Funkgerät sollte nicht zu einem moralischen Sicherheitsnetz werden, das vom Denken entbindet. Wenn Sie spüren, dass eine Stimme im Ohr unverzichtbar wird, um Ihre Flugroute zu wählen, ist es Zeit, Ihre Progression zu überdenken. Priorisieren Sie stets individuelle Beratung im Voraus und konkrete Sicherheitsreserven gegenüber der Abhängigkeit von einer Fernkommunikation.

Vor dem Start protokollieren

  • Prüfen Sie Ihre Frequenz, die Mikrofonlautstärke und den Batteriestand am Boden.
  • Legen Sie einen klaren Flugplan fest: Zielhöhe, Ausweichpunkt und Abbruchsignal.
  • Bewahren Sie eine Sicherheitsreserve für den Rückzug, wenn der Wind dreht oder Müdigkeit aufkommt.
  • Geben Sie Ihre Entscheidungskompetenz niemals an jemanden ab, der nicht mit Ihnen fliegt.

Der Funk bleibt ein Sicherheitswerkzeug, kein Ersatz für Erfahrung. Trainieren Sie Ihre Geländeeinschätzung, respektieren Sie Ihre Grenzen und fliegen Sie mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Wenn Sie Zweifel haben, warten Sie bis zum nächsten Tag. Autonomie entsteht durch wiederholte Praxis und das Bewusstsein für die eigenen Sicherheitsreserven.

Fly safe,

Cyrille MARCK und das Rid’Air/CEM-Team

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