Ein EN-C-Zweizeiler für ambitioniertes Crosscountry
Der Advance TAU DLS positioniert sich als High-Performance-Segelflugzeug für Cross- und Wettbewerbspiloten, die jeden Thermikmeter optimieren wollen. Mit der Zertifizierung EN-C setzt er auf einen zweizeiligen Aufbau und eine Projektionsstrecke von 4,94. Das Ergebnis ist ein präziser Gleitflug, der die für diese Klasse übliche Robustheit nicht ausschließt. Der Hersteller klassifiziert ihn als „Sports-Class Racer“, was sich in direkter Ansprechbarkeit und einer ausgeprägten Thermikeffizienz niederschlägt.
DLS-Struktur und Edelrid-Leinen
Das Segel basiert auf der „Durable Lightweight Structure“ (DLS) von Advance. Durch gezielte Materialplatzierung in hochbelasteten Zonen und optimierte Geometrie wird das Gewicht gesenkt, ohne die Ankerpunkte zu schwächen. Für das Gewebe kommen universelle Skytex 38 und 32 zum Einsatz, ergänzt durch hartes Skytex an den Profilelementen und ein DOKDO-10DSF-Gewebe am Hinterschlag. Die Aufhängegurte sind mit Technora-Bändern verstärkt und nutzen das Easy-Connect-System für eine sichere Verbindung. Die Edelrid Pro Dry-Leinen sind entkuppelt und farbig markiert. Der wasserabweisende Schutz wirkt über 60 % stärker als bei Vorgängersystemen, während die Dimensionsstabilität und Zugfestigkeit hoch bleiben.
Gewichtsbereiche und Flächenbelastung
Für sechs Größen (19 bis 27) deckt Advance ein breites Pilotenspektrum ab. Die firmeninternen „Seamless Weight Ranges“ vermeiden mehrdeutige Überschneidungen. Bei Größe 21 liegt die zertifizierte Masse beispielsweise zwischen 77 und 93 kg, der Idealbereich bei 81 bis 90 kg. Diese Abstimmung gewährleistet eine gleichmäßige Flächenbelastung über alle Größen hinweg – ein entscheidender Faktor, um auch auf langen Strecken vorhersehbare Flugcharakteristiken zu bewahren. Das Gesamtgewicht variiert je nach Größe zwischen 4,00 und 5,40 kg, was den Wirkungsgrad der DLS-Struktur belegt.
Flugpraxis und Pilotenverantwortung
Die aktive Steuerung wird durch einen B-Griff und reduzierte Bremsrollen unterstützt. Der Shark-Nose-Einlass sowie Mini-Ribs am Hinterschlag stabilisieren den Thermikeinstieg und die Kursstabilität bei mittlerer Turbulenz. Die Bremszugwirkung ist klar dosierbar, was ein präzises Zentrieren in der Thermikmitte begünstigt. Die EN-C-Zertifizierung definiert lediglich einen passiven Sicherheitsrahmen: Sie gleicht weder fehlende Erfahrung noch eine unzureichende Wetter- und Luftmassenbeurteilung aus. Das Segel setzt aktive Flugsteuerung und die Fähigkeit voraus, in unterschiedlichen Bedingungen mit Störungen umzugehen.
Die Auslieferung erfolgt inklusive Tubebag, Reparatursatz und Mini-Antenne. Vor der Anschaffung sollte die eigene Erfahrung mit Wind- und Starkthermikbedingungen geprüft werden, da ein EN-C-Zweizeiler dieser Klasse echtes Flugengagement voraussetzt. Die Abstimmung zwischen tatsächlicher Pilotenmasse, gewählter Größe und den üblichen Flugbedingungen ist zwingend zu validieren.
Fly safe,
Cyrille MARCK und das Rid'Air/CEM-Team