Guide Vol thermique — Matériel & conseils
Exploitation des ascendances thermiques pour gagner de l'altitude et prolonger le vol.
Thermikfliegen — hier fängt das Gleitschirmfliegen erst richtig an
Solange du keine Thermik ausnutzen kannst, bist du zum ewigen Absaufen verdammt: Du startest, du sinkst, du landest. Fünfzehn Minuten Gleiterei, und das war's. An dem Tag, an dem du die Konvektion verstehst, an dem du den ersten Push unter deinem Gurtzeug spürst und das Vario in den grünen Bereich schießt, ändert sich alles. Aus fünfzehn Minuten werden zwei, drei Stunden Flug. Du fängst an, die Landschaft unter dir vorbeiziehen zu sehen, statt immer nur auf den Landeplatz zu starren.
Am CEM, an den Hängen des Markstein, bringen wir den Piloten seit Jahrzehnten bei, die Luft zu lesen. Mein Vater Philippe hat die Schule 1977 eröffnet, und glaub mir, die Konvektion hat sich seitdem nicht verändert: Das ist Physik, keine Zauberei. Wenn man erst mal die richtigen Reflexe hat, wird es zum Spiel. Dieser Guide fasst alles zusammen, was wir am Tresen und im Kurs erzählen: Konvektion, Zentrieren, Anzeichen, Einstellungen und vor allem Sicherheit.
Konvektion verstehen: woher eine Thermik kommt
Eine Thermik ist eine Blase oder Säule warmer Luft, die aufsteigt, weil sie leichter ist als die Umgebungsluft. Der Boden heizt sich in der Sonne auf, erwärmt die Luftschicht darüber, und irgendwann löst sich diese Luftmasse ab und steigt. So banal ist das. Bleibt nur die Frage, wo und wann es steigt.
Gute Thermikgeneratoren sind Flächen, die Wärme schnell aufnehmen und wieder abgeben:
- Dunkle Flächen: Parkplätze, Felsen, gepflügte Äcker, Geröllzonen. Die heizen sich stark und schnell auf.
- Kontraste: der Übergang zwischen Wald und Feld, ein Dorf inmitten der Landschaft, eine Geröllhalde am Fuß einer Wiese. Genau dort löst es oft aus.
- Exponiertes Gelände: Grate, Felsnasen, Südhänge, die die Sonne voll abbekommen.
- Auslöser: ein Felsgrat, ein einzelner Baum, ein Gebäude, manchmal sogar eine Straße. Der Auslöser ist die Stelle, die die angestaute Blase „freigibt".
Der Thermikzyklus hat seinen Rhythmus: Eine Blase bildet sich, reift, löst sich ab, steigt. Dann sinkt die kalte Luft drumherum wieder ab (die Subsidenz), bevor ein neuer Zyklus startet. Deshalb kannst du an einem Auslöser ankommen und zwei Minuten lang nichts finden, und kurz danach einen Kumpel an derselben Stelle hochsteigen sehen. Geduld: Die Thermik kommt wieder.
Anzeichen lesen: die Luft spricht mit dir, lern zuzuhören
Noch bevor du überhaupt etwas spürst, geben dir Himmel und Gelände jede Menge Infos. Der Pilot, der ständig oben bleibt, hat nicht mehr Glück als die anderen: Er liest die Anzeichen einfach besser.
Die Wolken
Der Schönwetter-Kumulus ist die sichtbare Spitze einer Thermik. Seine Basis bildet sich dort, wo die aufsteigende Luft ihren Kondensationspunkt erreicht. Ein Kumulus im Aufbau, mit scharfen Konturen und blumenkohlartig wachsendem Oberteil, markiert oft eine aktive Thermik darunter. Ein Kumulus, der zerfasert und unten grau wird, stirbt gerade: Die Thermik, die ihn genährt hat, ist erloschen — da brauchst du nicht drunter zu strampeln.
Die Vögel
Greifvögel, Milane, Geier: Das sind Varios mit Federn. Wenn du einen Greifvogel siehst, der mit ruhigen Flügeln kreist und dabei an Höhe gewinnt, hast du eine Thermik direkt vor der Nase — schon zentriert, gratis. Flieg hin, das ist eines der schönsten Geschenke des freien Fliegens.
Gelände und Boden
Achte auf sonnenbeschienene Hänge, Geländekanten, dunkle Zonen. Im Gebirge wandert die Sonne: Der Hang, der morgens gearbeitet hat, kann nachmittags abschalten, während der gegenüberliegende anspringt. Pass deine Lesart an die Tageszeit an.
Eine Thermik zentrieren: die Technik Schritt für Schritt
Eine Thermik finden ist gut. Drinbleiben und steigen ist besser. Hier die Sequenz, die wir unterrichten und die in 90 % der Fälle funktioniert:
- Erkennen: Du spürst eine Beschleunigung, das Gurtzeug drückt dich nach oben, eine Flügelseite hebt ab. Dein Körper spürt die Thermik vor dem Vario.
- Bestätigung: Das Vario piept, du steigst. Dreh jetzt nicht sofort irgendwie ein.
- Eindrehen und erste Kurve: Dreh in die Richtung, in die es am stärksten drückt, wo der Schirm sich am meisten hebt. Setz einen sauberen 360er an.
- Zentrieren: Merk dir bei jeder Runde den Sektor, in dem das Vario am besten steigt. Wenn du auf einem Viertel des Kreises stark steigst und der Rest schwächelt, verschieb deinen Kreis zur guten Seite, indem du die Kurve dort öffnest, wo es steigt, und dort enger ziehst, wo es sinkt.
- Der Kern: Das Herz der Thermik steigt am schnellsten. Zieh die Spirale enger, um in diesem Kern zu bleiben. Ein gut geflogener Schirm dreht flach und bleibt im starken Teil.
- Ausstieg: Wenn die Thermik nachlässt, wenn du dich der Wolkenbasis näherst oder genug Höhe für den nächsten Übergang hast, hau ab. Man steigt nicht bis zum letzten Meter, man behält Reserve.
Ein Tipp vom alten Hasen: Die Thermik „lehnt" sich fast immer mit dem Wind. Je höher du kommst, desto mehr driftet sie luvabwärts. Denk daran, deine Kreise mit zunehmender Höhe nach und nach in Windrichtung zu verschieben, sonst fliegst du auf der Luvseite aus dem Kern, ohne zu verstehen, warum.
Gurtzeug- und Beschleuniger-Einstellungen
Material und Einstellungen zählen in der Thermik enorm. Ein Schirm, der schlecht dreht, oder ein falsch eingestelltes Gurtzeug kosten dich dumm und dämlich Thermiken.
- Das Gurtzeug: In der Thermik lockert man das Brustgurt-Setup etwas, damit das Becken die Infos der Luft gut überträgt. Eine zu harte Einstellung isoliert dich vom Schirm; zu weich, und du rollst hin und her, das ist ermüdend. Das Fliegen über das Gurtzeug (Gewichtsverlagerung) hilft, die Kurve sauber einzuleiten und zu halten.
- Der Beschleuniger: In der Thermik beschleunigt man nicht, man fliegt mit hohen Armen oder leicht angebremst. Der Beschleuniger ist für die Übergänge da, zwischen zwei Thermiken, wenn du gegen den Wind schnell vorankommen willst. Absolute Sicherheitsregel: niemals Beschleuniger in turbulenter Luft oder beim Anflug auf eine Thermik — beschleunigt verringert sich der Anstellwinkel und das Risiko eines Frontklappers explodiert.
- Die Gewichtsspanne: Flieg im richtigen Startgewichtsbereich. Eher in der Mitte/oberen Hälfte der Gewichtsspanne für die Thermik bei kräftigen Bedingungen (der Schirm ist stabiler und präziser), eher unten bei ruhiger, schwacher Luft (besseres Mindestsinken).
Welcher Schirm steigt gut?
Ein guter Thermikschirm sollte flach mit engem Radius drehen, ohne abzutauchen, ein gutes Mindestsinken zeigen (unter der symbolischen Marke von etwa 1,1 m/s) und dank guter Nickdämpfung in Turbulenzen gesund bleiben. Für 80 % der Piloten ist das ein EN-B-Schirm: der beste Kompromiss zwischen Steigen, Spaß und Sicherheit. Piloten, die ambitionierten Streckenflug anpeilen, schauen Richtung High-End B+ oder EN C, aber Vorsicht, keine Stufen überspringen. Wenn du mit der Thermik anfängst, steigt ein moderner EN-A-Schirm sehr gut und verzeiht dir deine Fehler.
| Kriterium | EN A / B-Einstieg | EN B Mitte / B+ | EN C |
|---|---|---|---|
| Mindestsinken | Gut | Sehr gut | Hervorragend |
| Kurvenverhalten | Komfortabel, weit | Präzise, eng | Sehr präzise, anspruchsvoll |
| Verhalten in Turbulenz | Stark gedämpft, sicher | Gesund, verlangt aktives Fliegen | Lebhaft, aktives Fliegen Pflicht |
| Empfohlenes Niveau | Anfänger bis Fortgeschritten | Regelmäßiger, autonomer Pilot | Erfahrener Pilot, häufiges Fliegen |
| Ideale Thermiknutzung | Lernen, Genussflüge | Kräftige Thermik + Strecke | Langstrecke, Wettkampf |
Ein Vario ist unverzichtbar: Es bestätigt in Echtzeit, was dein Körper spürt, und hilft dir, den Kern zu zentrieren. Moderne Modelle integrieren GPS und Flugaufzeichnung, sehr praktisch, um seine Spiralen im Nachhinein zu analysieren.
Sicherheit: Turbulenzen, Klapper und ein kühler Kopf
Thermik ist Luft in Bewegung, also zwangsläufig ein bisschen ruppig. Je stärker es steigt, desto turbulenter sind die Ränder der Thermik (Scherung zwischen der aufsteigenden Luft und der absinkenden drumherum). Ein paar Regeln, die ich in jedem Kurs einhämmere:
- Permanent aktives Fliegen: Behalt Kontakt zu den Bremsen, spür den Schirm, antizipiere. Ein Schirm, den man fliegt, klappt so gut wie nie.
- Klapper ohne Panik managen: Einen Klapper temporisiert man (die offene Seite sanft anbremsen, um den Kurs zu halten), dann öffnet er wieder. Genau das übt man im SIV-Kurs über dem Wasser, und ich kann das nur wärmstens empfehlen, bevor du die kräftige Thermik angehst.
- Bodenreserve behalten: Kratz keine Thermik zu tief am Hang. Bodennah verzeiht ein Klapper nichts. Lieber sauber landen, als mit dem Gelände zu spielen.
- Abstand und Vorflugregeln: In einer geteilten Thermik drehen alle in dieselbe Richtung (die des Ersten, der eingedreht ist), man hält Abstand und behält die Kumpels im Blick. Der tiefere Pilot hat den Vortritt, flieg ihm nicht einfach über den Kopf.
- Bedingungen passend zu deinem Niveau: Eine muskulöse Frühlingsthermik um die Mittagszeit hat nichts mit einer sanften Pumpe am späten Nachmittag zu tun. Wähl dein Zeitfenster nach deinem echten Niveau, nicht nach deinem Ego.
Die Kernbotschaft des CEM seit jeher: Man macht Fortschritte in Sicherheit, weder zu schnell noch zu langsam. Die Thermik belohnt geduldige und klare Köpfe, keine Draufgänger.
Fortschritte: vom ersten 360er zur Strecke
Fortschritt in der Thermik ist eine Sache von Wiederholung und Analyse. Fang bei ruhigen Bedingungen an, an einem Gelände, das du kennst, idealerweise betreut in einem Thermikkurs. Flieg viel, analysier deine Tracks, schau, wo du den Kern verloren hast. Nach und nach reihst du Thermiken aneinander, du traust dich an Übergänge, und eines Tages löst du dich von deinem Gelände, um weiter weg zu fliegen. Genau da beginnt das Abenteuer des Streckenflugs: Aufwinde aneinanderreihen, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen, manchmal sehr weit.
Eine Anekdote für unterwegs: Bei meinem ersten echten Thermikflug war ich noch ein Bengel am Markstein, ich bin einem Milan gefolgt, der gemütlich über einer Geröllhalde kreiste. Ich hab mich unter ihn gesetzt, seine Kreise kopiert, und bin 800 Meter gestiegen, ohne irgendwas zu kapieren. Der Vogel hat die Luft besser gelesen als ich. Dreißig Jahre später faszinieren mich diese kleinen Meister des Flugs noch genauso. Wenn du an einer Thermik zweifelst, such die Vögel: Die irren sich nie.
Unsere Empfehlung von Rid'Air
Bei Rid'Air leben wir das Gleitschirmfliegen seit 1977 und wir fliegen wirklich — ich bin kein x-beliebiger Verkäufer, ich bin Profipilot und Fluglehrer. Für die Thermik lenken wir dich zu dem Schirm, der wirklich zu deinem Niveau und deinem Startgewicht passt, nie zum teuersten oder ausgeprägtesten. Wir haben auch die Werkstatt vor Ort für Check, Reparatur und das Packen deines Rettungsschirms — denn ein gut gepackter Retter zählt in kräftiger Thermik. Und beim Budget bleiben wir die Günstigsten am Markt auf das gesamte Material, Schirm wie Vario wie Gurtzeug.
Du bist unsicher, welches Modell dich steigen lässt, ohne dich in den roten Bereich zu bringen? Kontaktier uns für eine persönliche Beratung, oder stöber durch unsere Gleitschirme und Instrumente im Shop. Und wenn du in der Gegend bist, komm zum Testen nach Oderen: Wir sind am Fuß des Markstein, dem idealen Thermik-Spielplatz, um sich die Hände schmutzig zu machen.
Fly safe,
Cyrille MARCK und das Team von Rid'Air/CEM
Matériel recommandé pour le vol thermique
Niviuk Artik 6 - Parapente EN C - Cross Country
Niviuk Hiko
Ozone Rush 6
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Ozone Zeno 2
Niviuk Artik R 2
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