Praxisleitfaden

Leitfaden Vol loisir — Ausrüstung & Tipps

Pratique détendue du parapente : soaring, vol thermique tranquille, plaisir du vol.

Genussfliegen: fliegen aus Spaß, sonst nichts

Genussfliegen, das sind 80 % unserer Sippe. Die meisten Piloten jagen weder dem Sieg noch dem Streckenrekord hinterher: Sie wollen einfach entspannt abheben, über den Graten dahingleiten, einen Bart spüren, der sie sanft hochzieht, und mit einem Grinsen im Gesicht wieder landen. Das ist die verbreitetste Spielart des Gleitschirmfliegens, und ganz ehrlich, es ist auch die schönste. Kein Druck, keine Stoppuhr, nur du, dein Schirm und die Luft.

Im CEM, unterhalb des Markstein, sehen wir seit 1977 jede Saison hunderte Genusspiloten durchlaufen. Mein Vater Philippe hat die älteste Gleitschirmschule Frankreichs genau deswegen aufgemacht: um die Freude am sicheren Fliegen weiterzugeben. Diesen Guide schreibe ich also, um dir zu helfen, das richtige Material auszuwählen, zu verstehen, für wen Genussfliegen gemacht ist, und lange zu fliegen, ohne dir Angst einzujagen. Der echte Luxus beim Gleitschirmfliegen ist nicht die Performance: Es ist, in zwanzig Jahren immer noch zu fliegen.

Für wen ist Genussfliegen gedacht?

Für so ziemlich jeden. Aber lass uns präzise sein, denn „Genuss" deckt ein ganz schönes Spektrum ab:

  • Der Anfänger frisch aus der Schule: Du hast deinen Schein (oder bist fast soweit), du fliegst an deinem Lieblingsplatz und willst Material, das verzeiht. Das ist das häufigste Profil.
  • Der Gelegenheitspilot: ein paar Flüge im Jahr, oft im Sommer oder im Urlaub. Du willst maximale Sicherheit, weil du nicht die Zeit hast, ein hohes Pilotenniveau zu pflegen.
  • Der regelmäßige, aber entspannte Pilot: Du fliegst jedes Wochenende bei gutem Wetter, du zentrierst einen Bart ohne ins Schwitzen zu kommen, aber du hast null Lust auf eine 100-Kilometer-Strecke. Der Spaß, der Sonnenuntergang im Soaring, das reicht dir völlig.

Was diese drei Profile gemeinsam haben? Die Reserve. Beim Genussfliegen wählst du immer Material, das dir Spielraum lässt: Ruhereserve im Schirm, Komfortreserve im Gurtzeug, Reserve an gesundem Menschenverstand beim Wetter. Das ist genau das Gegenteil der Wettkampflogik.

Der Schirm: EN-A oder EN-B, wie du wählst

Das ist DIE Frage. Und die Antwort steckt in zwei Begriffen: dem Gewichtsbereich und der Zulassung. Beim Genussfliegen bleiben wir bei zwei Kategorien, niemals darüber hinaus.

Die EN-A: Sicherheit in Reinform

Ein EN-A-Schirm ist darauf ausgelegt, ruhig zu bleiben, egal was passiert. Geringe Streckung (oft um die 5), extrem dämpfendes Verhalten, seltene Einklapper, die sich von allein wieder öffnen. Wenn du ein paar Mal im Jahr fliegst oder gerade anfängst, ist das die vernünftige Wahl. Null Stress, die Eintrittskante bleibt prall, der Schirm hält dich an der Hand.

Der Mythos, mit dem aufgeräumt werden muss: Ein EN-A ist KEIN „lahmer" Schirm. Moderne EN-As gleiten sehr ordentlich, steigen im Bart problemlos und ermöglichen schöne Flüge. Wir haben Piloten, die 2 oder 3 Stunden unter einem EN-A fliegen, ohne Probleme. Die rohe Performance spürst du wirklich erst beim engagierten Streckenfliegen, und das ist hier nicht dein Projekt.

Die EN-B: das Herz des Marktes

Die Kategorie EN-B ist das große Hauptfeld. Aber Achtung, „EN-B" deckt eine ganze Welt ab: Zwischen einem niedrigen B (B access) und einem B+ (B high) liegt ein Graben im Pilotieren. Fürs Genussfliegen bleiben wir im unteren und mittleren Bereich der Kategorie:

  • EN-B niedrig / B access: der absolute Bestseller. Einen Tick mehr Performance und Streckung als ein EN-A, aber eine immer noch sehr hohe passive Sicherheit. Das ist der Schirm, den ich 70 % der Piloten empfehle, die in den Laden kommen.
  • EN-B mittel / B mid: für den regelmäßigen Piloten, der die Bärte effizienter und mit etwas mehr Gleitleistung nutzen will. Verlangt ein etwas präsenteres aktives Fliegen, bleibt aber sehr gutmütig.

Das B+ (B high) hingegen fällt aus dem Genussrahmen heraus: höhere Streckung, in turbulenter Luft anspruchsvollerer Schirm, das ist ein Streckenschirm für Piloten, die viel fliegen. Wenn man dir so etwas andrehen will, obwohl du frisch aus der Schule kommst, lauf weg. Progression geschieht in Etappen: nicht zu schnell, nicht zu langsam. Das ist die goldene Regel des Hauses.

Vergleichstabelle: EN-A vs EN-B (Genuss)

KriteriumEN-AEN-B niedrigEN-B mittel
Ideales PublikumAnfänger, GelegenheitSchulabgänger, regelmäßiger GenussRegelmäßiger Pilot, Thermik
Passive SicherheitMaximalSehr hochHoch
Streckung (Größenordnung)~5,0~5,2 bis 5,4~5,4 bis 5,6
Nötiges aktives FliegenMinimalGeringMäßig
Performance / GleitleistungSolideGutSehr gut
Spaß ohne Stress++++++++

Die Streckungswerte sind nur Richtwerte: Prüfe immer das exakte technische Datenblatt des Modells.

Gewichtsbereich und Startgewicht: verkalkulier dich nicht

Hier der Fehler, den ich am häufigsten sehe. Dein Startgewicht (Gesamtgewicht = du voll ausgerüstet + Schirm + Gurtzeug + Rettung + was du mitnimmst) muss in den zugelassenen Gewichtsbereich des Schirms fallen. Und dazu ein Rat vom alten Hasen:

  • Oben im Gewichtsbereich: Der Schirm ist dynamischer, schneller, stabiler in bewegter Luft. Angenehm für den Piloten, der oft fliegt.
  • Mittig / unten im Gewichtsbereich: geringeres Sinken, weicherer Schirm, wendiger in schwacher Thermik. Oft ideal für den Anfänger und entspanntes Genussfliegen.

Fürs gemütliche Genussfliegen empfehle ich in der Regel, die Mitte des Gewichtsbereichs anzupeilen: Das ist der beste Kompromiss zwischen Komfort, Sinkrate und Reaktivität. Ein falsch berechnetes Startgewicht ist die erste Quelle für schlechte Erfahrungen. Wenn du bei der Größe unsicher bist, ruf uns an: Wir rechnen das zusammen aus, das ist genau unser Job. Cyrille ist Profipilot, kein x-beliebiger Verkäufer, der dir die Größe andreht, die gerade auf Lager ist.

Gurtzeug und Rettung: Komfort und Reserve

Beim Genussfliegen wählst du das Gurtzeug nach einer Sache aus: dem Komfort. Man hängt ein bis drei Stunden drin, da kann man auch gut sitzen.

  • Sitzgurtzeug mit Airbag: die sichere Bank. Wirksamer Rückenschutz, natürliche Position, perfekt für klassische Genussflüge.
  • Leichtes Liegegurtzeug (Kokon): Wenn du lange Flüge aneinanderreihst, entlastet die halbliegende Position den Rücken und verbessert das Feedback.

Der Rettungsschirm hingegen ist keine Option. An dein Startgewicht angepasst und — ich bestehe darauf — alle 6 Monate von einem Profi neu gepackt. Eine schlecht gewartete Rettung ist ein Fallschirm, der sich an dem Tag nicht öffnet, an dem du ihn brauchst. Unsere Werkstatt macht das Rettungspacken das ganze Jahr über, das ist einer der Services, auf die ich am stolzesten bin.

Wo fliegt man im Genussmodus?

Überall, wo es einen offiziellen Fluggelände gibt, und das ist das riesige Glück unseres Sports:

  • Soaring (Küste, Klippen): laminare Luft, leichtes Fliegen, man bleibt oben, solange der Wind weht. Ideal, um stressfrei Stunden zu sammeln.
  • Flachland an der Winde: Du brauchst keinen Berg, um zu fliegen. Die Winde zieht dich hoch, und los geht's.
  • Thermikberg: längere und reichere Flüge, aber anspruchsvollere Bedingungen. Am Markstein haben wir das alles direkt vor der Haustür — komm vorbei und schau es dir an.

Anekdote aus dem Haus: Einer unserer Kunden, ein Ingenieur im Ruhestand, hat seinen ersten EN-A mit 62 bei uns gekauft. Er flog zweimal im Monat, nie länger als 40 Minuten, entspanntes Soaring gegenüber dem Grand Ballon. Zehn Jahre später fliegt er immer noch, nach derselben Philosophie, inzwischen auf einem niedrigen EN-B. Er hat nie die Performance gesucht. Ergebnis: null Zwischenfälle, hunderte Stunden purer Freude. Das ist gelungenes Genussfliegen — die Regelmäßigkeit, nicht die Heldentat.

Pflege: dein Material dankt es dir

Ein gut gepflegter Genussschirm hält Jahre. Ein paar einfache Regeln:

  • Trockne deinen Schirm, bevor du ihn verstaust (Feuchtigkeit tötet Tuch und Leinen).
  • Vermeide lange pralle Sonne im Stillstand: UV greift die Beschichtung an.
  • Sorgfältiges „Ziehharmonika"- oder Standardpacken, ohne die Stäbchen der Eintrittskante zu brechen.
  • Technischer Check des Schirms (Porosität, Beleinung) alle 2 Jahre oder ~100 Stunden, und nach jedem harten Einschlag.
  • Rettungspacken alle 6 Monate, wir wiederholen es, weil es lebenswichtig ist.

Unsere Werkstatt übernimmt das alles: Check, Reparatur, Packen. Und da wir bei so ziemlich allem die günstigsten am Markt sind, hast du keine Ausrede, die Pflege zu vernachlässigen.

Unsere Rid'Air-Empfehlung

Wenn du anfängst oder gelegentlich fliegst: ein EN-A, Größe mittig im Gewichtsbereich angesetzt, Sitzgurtzeug mit Airbag, passende Rettung. Wenn du regelmäßig fliegst und deine Bärte im Griff hast: Ein niedriges EN-B wird über Jahre deine beste Freundin sein. In beiden Fällen nehmen wir uns die Zeit, dein Startgewicht zusammen auszurechnen — das ist gratis und ändert alles. Um tiefer in die Praxis einzusteigen, wirf einen Blick auf unseren Guide Thermikfliegen und auf unseren Guide Hike & Fly, falls dich der Berg reizt.

Brauchst du eine persönliche Beratung? Stöbere durch unsere Auswahl an Genussschirmen, oder vergleiche die EN-B-Zulassungen, um klar zu sehen. Noch besser: Kontaktiere uns für eine maßgeschneiderte Beratung, oder komm zum Probieren nach Oderen, am Fuß des Markstein. Wir rechnen dein Startgewicht aus, sprechen über dein Programm und finden den Schirm, der dich lange und sicher fliegen lässt.

Fly safe,
Cyrille MARCK und das Team von Rid'Air/CEM

Häufig gestellte Fragen

Braucht man einen Schein, um im Genussmodus zu fliegen?
Gleitschirmfliegen ist nicht überall an eine zwingende Lizenz gebunden, aber eine vollständige Ausbildung in einer Schule bleibt für deine Sicherheit und die der anderen dringend empfohlen. Der anerkannte Flugschein deines Verbandes gilt an allen Geländen und öffnet dir die meisten Startplätze. Im CEM lassen wir dich niemals allein fliegen, ohne solide Grundlagen: Das ist nicht verhandelbar.
EN-A oder niedriges EN-B für den Einstieg ins Genussfliegen?
Wenn du ein paar Mal im Jahr fliegst oder gerade frisch aus der Schule kommst, nimm ein EN-A: maximale Sicherheit, null Stress. Wenn du schon regelmäßig fliegst und einen Bart entspannt zentrierst, bietet dir ein niedriges EN-B etwas mehr Spaß, ohne die Reserve zu opfern. Im Zweifel ruf uns an: Wir rechnen dein Startgewicht aus und entscheiden zusammen.
Wie weiß ich, ob ich die richtige Schirmgröße habe?
Dein Startgewicht (du voll ausgerüstet + Schirm + Gurtzeug + Rettung) muss in den zugelassenen Gewichtsbereich fallen. Fürs Genussfliegen ziel eher auf die Mitte des Bereichs: bessere Sinkrate, weicherer und wendiger Schirm in schwacher Thermik. Oben im Bereich gibt es einen dynamischeren Schirm, angenehm für den Piloten, der oft fliegt. Diese Rechnung machen wir gratis für dich.
Wie oft muss ich mein Genussflug-Material warten?
Packen des Rettungsschirms alle 6 Monate durch einen Profi, das ist nicht verhandelbar. Technischer Check des Schirms (Porosität, Beleinung) etwa alle 2 Jahre oder alle 100 Stunden, und nach jedem harten Einschlag. Trockne deinen Schirm immer vor dem Verstauen und vermeide pralle Sonne im Stillstand. Unsere Werkstatt kümmert sich um alles: Check, Reparatur und Packen.
Kann man mit einem EN-A-Schirm lange Flüge machen?
Ja, absolut. Moderne EN-As gleiten sehr gut und steigen problemlos im Bart. Wir haben Piloten, die 2 bis 3 Stunden unter einem EN-A ganz gelassen aneinanderreihen. Die reine Performance wird erst beim engagierten Streckenfliegen zum Faktor, und das ist nicht das Ziel des Genussfliegens. Spaß und Dauer hängen vor allem von den Bedingungen und deinem Lesen der Luft ab.
Ist Genussfliegen dem Gebirge vorbehalten?
Überhaupt nicht. Soaring an der Küste oder an Klippen bietet laminare Luft, ideal um leicht und lange zu fliegen. Die Winde im Flachland ermöglicht das Fliegen ganz ohne Berg. Und der Thermikberg, wie der Markstein, bietet die reichsten Flüge, verlangt aber anspruchsvollere Bedingungen. Du kannst im Genussmodus so ziemlich überall fliegen, wo es ein offizielles Fluggelände gibt.